Reisacher Vierg´sang:
Unser Name stammt vom "Kloster der unbeschuhten Karmeliten in Reisach", dem Kloster Reisach. Reisach ist ein Ortsteil von (Ober-) Audorf bzw. Niederaudorf und ist von der Inntalautobahn aus gut zu sehen. Schaut man über den Inn, ist man im tirolerischen Erl und sieht auch gleich das Passionsspielhaus. Im Kloster Reisach war am ersten Adventsamstag 1996 unser erster Auftritt als Reisacher Vierg´sang beim dortigen Adventsingen eher unfreiwillig, sangen wir doch bis dahin mehr recht als schlecht in einem kleinen Chor von 17 Sängerinnen und Sängern, den wir kurz zuvor gründeten. Unser Ziel war es damals, mit einigen Tirolerinnen und Tirolern die wir kannten, etwas grenzüberschreitendes auf die Beine zu stellen. Eine unserer Sängerinnen, gleichzeitig Organisatorin des Reisacher Adventsingens, überredete uns vier Mannerleut mit viel Geschick, als Vierg´sang ein zuspringen da die damals einzige Gesangsgruppe, die Gruber Dirndl wegen Nachwuchs absagen musste. Nach anfänglicher Gegenwehr, "Naa dees kinnan mia net" ist es ihr doch gelungen uns zu überreden und wir lernten drei Lieder auswendig, darunter auch der Langenwanger Jodler. Groß war der Schock, als wir der Kirnstoana Tanzlmusi beim Einblasen zuhörten und diese ebenfalls den Langenwanger anspielten, "Naa, Bitte, des kinnt´s neet machn, den singan mia aa, mia kinnan doch grod drei Liada". Gott sei Dank hamm´s nu wos andas dabei g´habt. Da wir damals auch mit dem Chor im Refektorium des Reisacher Klosters probten und auch unsere ersten Auftritte in der Klosterkirche hatten, stand unser Name schnell fest. Inzwischen mach ma dees Reisacher Adventsingen seit einigen Jahren selbst, jeden Samstag vor dem ersten Adventssonntag um 19°°, als Benefizveranstaltung für Kinderkrebshilfe.
Der Reisacher Vierg´sang setzt sich wie folgt zusammen:
1. Stimme: Georg (Schorsch) Heidinger, aus Oberaudorf (Bayern), verheiratet mit einer Tirolerin bzw. Kufsteinerin, zwei Kinder (auf dem Foto 3.v.l.), arbeitet als Elektroinstallateur, spielt Klarinette in der Musikkapelle Oberaudorf und singt im Montinichor, isst gerne Knoblauch
2. Stimme: Harald (Harry) Osterauer, aus Erl (Tirol) verheiratet und wohnhaft mit einer Oberaudorferin in Oberaudorf, drei Kinder (steht rechts außen). Er ist im Oberaudorfer Bauhof angestellt und betreut Grundschul- und Gemeindebau und lernt nebenbei den Kindern anständig "Grüß Gott" zu sagen. Er singt noch im Kirchenchor in Oberaudorf so wie im Montinichor unter Leitung von Hans Berger. Nebenbei imkert er.
3. Stimme: Sepp (auch Hoss, wegen der Ähnlichkeit zum Schauspieler Hoss Cartride von der Shilo Ranch) Osterauer, ältester Bruder von Harry (Harry ist der jüngste von vier Brüdern, zwei Schwestern sind auch noch da), auch er ist verheiratet mit einer Oberaudorferin, wohnhaft in Erl, zwei Töchter (auf dem Foto 2.v.l.), arbeitet im Tiefbau und Gleisbau, ist lange Jahre als Klarinettist mit den Tiroler Alpenmusikanten aufgetreten. Ex- Vorstand der AH-Erl und dortiger Stadionsprecher, im Sommer meist am Freibad anzutreffen. Unser ältester, Ex-Raucher seit er Opa ist, Frauenversteher und Gourmet.
4. Stimme, Bass: Ich selbst, der jüngste, Markus Josef (Mak) Resch, aus Oberaudorf, keine Kinder, wohnhaft in Kiefersfelden (Im Herzen aber werd i immer ein Audorfer bleiben), bin aktuell mit einer feschen Tirolerin beinand, (auf´m Foto ganz links) bin angestellt in Rosenheim hab den Meisterbrief als Feinwerkmechaniker (früher Maschinenbau), spiele Klarinette, gerne auch bei kleinen Besetzungen, wie z.B. der Kirnstoaner Tanzlmusi oder den Flintsbacher Saitenbläsern.
Der Schorsch und ich sind zusammen in die Schule gegangen, den Harry haben wir bei seiner eigenen Hochzeit erst kennen gelernt (als er die erste Querflötistin der Musikkapelle Oberaudorf geheiratet hat) und bei der Gelegenheit auch gleich seinen Bruder Josef. Als Ausgleich hat dann ein weiterer Klarinettist der Oberaudorfer Musikkapelle die jüngste Schwester der beiden geheiratet. Hinum, herum, so muaß´ sei.
Unser bester Sänger ist der Harry, am höchsten kommt der Schorsch, der Sepp is unsa wichtigster mit der dritten Stimm´, mich hat´s mit dem Bass erwischt, angeblich kann ich am tiefsten singen obwohl ich oft lieber zweite oder dritte singen würd´. Mehr Probleme als das Singen bereitet uns aber manches Mal der Dialekt, an Tiroler a anständig´s Boarisch lernen und auch umgedreht ist nicht so einfach und so miass ma uns hoit alle a diam beugen und beide Dialekte zulassen.
Harry und Sepp spielten beide schon mehrmals bei den Erler Passionsspielen mit. Harry spielte 2008 den ersten Emmausjünger Kleophas und den Judas in der Ersatzrolle. Sepp war Apostel Thomas, beide Trugen wegen der Passionsspiele lange Haare und Vollbärte. 2008 spielten ca. 630 Erlerinnen und Erler mit, welche teilweise alle gleichzeitig auf der Bühne sind. Erl hat gerade mal 1200 Einwohner, man kann sich vorstellen wie viele bärtige und langhaarige es da in Erl gab. Die beiden sangen neben ihren Rollen natürlich auch im Passionschor mit. Nur gebürtige oder eingeheiratete Erler(innen) dürfen mitspielen, monatelang wurde fleißig geprobt.
Der komplette Text der Passion wurde dafür neu gestaltet, so wie die Musik neu geschrieben, alles kam beim Publikum sehr gut an.
Wir mit dem Vierg´sang hatten dadurch ein bisschen das nachsehen, weil wir gar nimmer recht zum Proben kamen wegen der Passion. Der Schorsch und ich haben uns zeitweise mit den Bärten der Passion auch schon etwas angeglichen, so hatten wir bei den Adventsingen alle vier Vollbärte. Den Schlemer Sepp hab ich vor dem Adventsingen in Aschau gefragt, ob es die Aschauer stören würde, dass bei uns zwei Motorradrocker mitsingen.
Mit den Gruber Dirndln, der Kirnstoaner Tanzlmusi und dem Kieferer Gießenbachklang haben wir 2004 eine Weichnachts- CD mit dem Titel „Inntaler Weihnacht“ aufgenommen, bei denen uns Peter Moser vom ORF und Karl Edelmann von der Altbairischen Blasmusik die Aufnahmeleitung übernahmen.
Viele schöne Auftritte hatten wir mit Hans Berger und seinem Ensemble, so sangen wir mit ihm unter anderem auch einige male die Heilige Nacht von Ludwig Thoma in Bergers Bearbeitung so wie auch die Bauernmesse von Anette Thoma oder eine Rupert Mayer Benefizveranstaltung in Waldkraiburg mit von Berger speziell dafür komponierten Liedern im alpenländischen Klang. Die Bauernmesse wird natürlich auch oft bei Taufen, Hochzeiten und zur Messgestaltung gewünscht. Sprecher der Heiligen Nacht waren Hans Kornbiegler in München, Rosenheim und Erl, Martin Urscher in Sachrang und Dietolf Hämel, Chefarzt der Simssee Klinik bei Ernst Freiberger in Amerang so wie auch bei unserer ersten Aufführung in seiner Klinik. Mit Bert Lindauer, Hansl Auer, Siegi Götze, Gustl Lex, Nikolaus Köll und vielen mehr erlebten wir einige schöne Abende wie im Ku´Ko in Rosenheim, Frasdorfer Lamstoahalle, Sänger und Musikantenhoagart in Kiefersfelden, Schloss Nymphenburg. Unter anderem durften wir mehrere Mariensingen in Oberaudorf und Kiefersfelden gestalten so wie Passionsingen in Nußdorf und Kirchdorf. Adventsingen in Reisach, Oberaudorf, Aschau, Sachrang, Radfeld, Heilig Blut und St. Sebastian so wie mehrere Ku´Ko in Rosenheim und auch ein Adventsingen der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien. Taufen und Messgestaltungen so wie andere Veranstaltungen in Stephanskirchen, Wörgler Stadtpfarrkirche, beim Wirt in Zellerreit, Vornberger in Altenbeuren, Almsingan am Mooserboden auf dem Samerberg, Ölbergkapelle in Sachrang, Bergkirche in Wall, Rosengasse, Wirtshaussingen im Rahmen der Oberaudorf- Reisacher Musiktage, Volksmusikabend im Ku`Ko, Hoagart beim Wirt in Persdorf, Jubiläum des Männerchores in Niederau und Volksmusikabend in Ellmau, Frühjahrssingen in Radfeld, Rotarier in Sachrang. Zusammen mit dem Sulzberger Dreigsang, Hamberger Viergsang, Isarwinkler Sängerinnen, Wimhäusl Sängerinnen, Waldramer Sängerinnen, Ismaninger Dreigsang, Kufsteiner Dreigesang, Troppmair Dreigesang Sabine Kapfinger und Spitz Hampl, den Riederinger Hirtenkindern und vielen mehr traten wir auf bayerischer wie tiroler Seite auf. Eine besondere Freude war es, bei einer Taufe in Flintsbach singen zu dürfen, Taufpatin war keine geringere als Anne-Sophie Mutter, welche von ihrem damaligen Mann André George Previn am Piano begleitet das Ave Maria auf ihrer Violine zum Besten gab. Wir ließen es uns nicht nehmen im Anschluss um ein Autogramm zu bitten, welches sie uns gerne mit einer kleinen Widmung auf die Noten der Bauernmesse schrieb. Als Frau Mutter mit Ihrem Gefolge und den Leibwächtern zur Probe die Flintsbacher Kirche betrat, war unsere eigene Probe natürlich beendet. Mit Andacht verfolgten wir die Vorbereitung der Künstler. Da die Kirche an diesem Tag sehr gut beheizt war, hielt ich es für meine Pflicht, Frau Mutter darauf aufmerksam zu machen, dass sich unter dem Chorgestühl auf welches sie ihre Violine ablegte ein eingeschalteter Heizkörper befand. Wenn man bedenkt, wie empfindlich Holzinstrumente gegenüber Temperatur sind und wie wertvoll ihre Violine ist war sie um diesen Tipp sehr dankbar. Ihrem Mann war ein Elektroklavier bereitgestellt worden, köstlich amüsiert haben wir uns, als der bekannte Pianist, Komponist und Dirigent beim ersten Tastendruck das Schlagzeug- Demonstrationsprogramm erwischte, zumal es nicht das einzige mal sein sollte. Beim Einspiel zum Ave Maria, also bei der Taufe passierte es ein zweites Mal. Zur Taufe waren über zweihundert geladene Gäste anwesend, eine extra dafür engagierte Planerin hatte dafür jedes kleinste Detail durchgeplant. Zum Neujahreskonzert 2009 waren wir in die Mainfrankensäle nach Veitshöchheim bei Würzburg geladen wo wir ein bayrisches Neujahreskonzert gestalteten. Fernsehauftritte hatten wir in der BR-Abendschau, live mit Christoph Däumling, in der Sendereihe Schlemmerreise „Vom Inntal zum Tegernsee“ von Werner Teufl und bei laVita mit Janina Nottensteiner. Auch sangen wir zur Gottesdienstgestaltung in der Wiltener Basilika mit Dr. Manfred Scheurer, Bischof von Innsbruck, anlässlich des Gedenkjahres 1809 – 2009 und 60 Jahre ArGe Volkstanz Tirol. Brandaktuell wird die Ausstrahlung der Sendung Klingendes Österreich am 14.Mai 2011 um 20:15 Uhr in ORF2 an der wir mitwirken durften.
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